5 Testosteron-killer, die du kennen solltest

Testosteron ist die Mutter aller Männerhormone. Es macht hart, durchsetzungsstark und gilt als DER Schlüssel zum effektiven Muskelaufbau. Produziert der Körper allerdings zu wenig Testosteron, können wir nur schwer Muskeln aufbauen. Auch Lebensmittel und Stoffe, die wir im täglichen Leben verwenden, können kräftig auf die Testosteron-Bremse drücken. Welche das sind, erklärt Phil Richard, einer der weltweit führenden Experten für Ernährung und körperliche Konditionierung.

0
11261

Testosteron macht den Mann zum Mann – das wissen auch Leute, die sich nicht intensiv mit medizinischen Fakten beschäftigen.

Das wichtigste männliche Geschlechtshormon mit der chemischen Summenformel C19 H28 O2 ist aber nicht nur für den unteren Bereich der Gürtellinie zuständig. Männer, die gut mit dem Powerhormon  ausgestattet sind, sind auch durchsetzungsstark, dominant und muskulöser. Auch die Fettverbrennung im Ruhezustand ist bei hohem Testosteronspiegel effektiver wie eine Studie der Boston University School of Medicine zeigt.

Mit ein bisschen Sport, Sex und vernünftiger Ernährung bleibt Testosteron-mäßig aber alles im Lot. Grundsätzlich trägt eine gesunde Lebensführung stark dazu bei, dass du immer genug von dem Turbo-Kraftstoff im Tank hast – selbst dann, wenn der Pegel ab dem 30. Lebensjahr kontinuierlich sinkt. Besonders intensives Intervalltraining (HIIT) und Krafttraining kurbeln die Produktion des Hormons an. Also: Das Workout nicht vernachlässigen!

Zu wenig Testosteron?

Ein Absinken des Testosteronspigeles kann sich beispielsweise durch Schlafstörungen, Erschöpfung, schwächere Libido aber auch durch Depressionen und viszeraler Fettleibigkeit äußern. Doch wie kommt es überhaupt, dass der Körper zu wenig Testosteron produziert? Wir stellen vier mögliche Gründe vor, die dich bestimmt überraschen werden…

1 Lakritz

Eigentlich sagt der Volksmund ja „Lakritz macht spitz“. Wer jedoch täglich davon nascht, könnte Schwierigkeiten bekommen. Der iranische Forscher Mahmoud Mosaddegh konnte bereits bestehende Studien bestätigen, warum der Genuss von Lakritz den Testosteronspiegel signifikant senkt. Grund hierfür soll der Wirkstoff Glycyrrhizin sein, der ein bestimmtes körpereigenes Enzym hemmt, das an der Testosteronproduktion beteiligt ist. Dennoch: Eine dauerhafte Entmannung durch die Leckerei ist nicht zu befürchten. Bereits nach vier Tagen Lakritz-Abstinenz normalisiere sich der Testosteron-Spiegel wieder, sagt der Wissenschaftler.

2 Zahnpasta

Klingt komisch, ist aber so. Das bedeutet natürlich nicht, dass du dir in Zukunft nicht mehr die Zähne putzen kannst. Tatsächlich zeigen aber Studien in der Zeitschrift „National Library of Medicine“, dass bereits ab einer Menge von 3mg des in vielen Produkten enthaltene Fluorids am Tag, giftige Wirkstoffe produziert werden, die sich auf die männlichen Fortpflanzungshormone auswirken können. Die Ergebnisse belegen zweifelsfrei, dass bei hoher Kontaktaufnahme Schäden am männlichen Fortpflanzungssystem entstehen können. Diese können beispielsweise die Form der Spermien verändern, den Testosteronspiegel senken und die Spermienqualität- und Mobilität herabsetzen sowie die Fruchtbarkeit reduzieren.

Um der Manneskraft ernsthaft zu schaden, muss das Spurenelement jedoch über Jahre überdosiert werden. Mit Zahnpasta ist das kaum zu schaffen – es sei denn, du hattest vor sie in deinen täglichen Ernährungsplan einzubauen. Bei sachgerechter Anwendung (also dem Putzen der Zähne  mit anschließendem  Ausspucken) ist eine Schädigung mit Zahnpasta nicht möglich. Gleichwohl ist es ratsam, die eigene Fluoridzufuhr zu kontrollieren. Die europäische Lebensmittelbehörde Efsa etwa empfiehlt, jeden Tag insgesamt 0,05 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht zu sich zu nehmen – egal ob als Kind oder Erwachsener, egal ob aus Zahnpasta, Salz oder Wasser.

3 Soja

Forscher der University of Connecticut beobachteten, dass der Testosteronspiegel bei Männern, die für den Muskelaufbau auf Sojaprotein statt Molkenprotein zurückgriffen, signifikant gesenkt wird. Außerdem zeigte sich ein deutlicher Anstieg des Stresshormons Cortisol. Insgesamt eine ungünstige Kombination, die das Risiko von Krankheiten und der Gewichtszunahme ankurbelt. Klingt nach schlechten Nachrichten für alle vegetarischen und veganen Kraftsportler. Allerdings macht es auch hier die Menge! Die tägliche Dosis an Soja sollte nicht über 50 Gramm am Tag liegen. Soja eignet sich daher als zusätzliche Proteinquelle sehr wohl, nicht jedoch als Hauptquelle für diesen Nährstoff.

4 Alkohol

Ist klar, oder? Zwar werden ein bis zwei Gläschen Rotwein oder Flaschen Bier deine Fitnesswerte nicht signifikant beeinträchtigen – vorausgesetzt du warst die restliche Woche fleißig im Punkto gesunder Ernährung. Dennoch gibt es genug Studien, die auf die schädliche Wirkung von Alkoholkonsum im Hinblick auf den Testosteronspiegel hinweisen. Forscher zeigten zum Beipsiel, dass bei männlichen Testpersonen im Zeitraum von vier Wochen bei regelmäßigem Alkoholgenuss der Testosteronspiegel sank und zudem die Produktion des Hormones reduzierte (Gordon et al. 1976). Heißt: zu viel und zu tief ins Glas gucken wirkt sich negativ auf den Muskelaufbau aus und sorgt am nächsten Morgen sowieso für einen ordentlichen Brummschädel.

5 scharfes Essen

Feueralarm! Manchmal darf es schon ein bisschen schärfer sein – allerdings nicht zu scharf. Denn wer regelmäßig extrem scharfe Speisen zu sich nimmt, entwickelt im Körper vermehrt Stresshormone wie Cortisol. Dieses drückt den Testosteronspiegel nach unten. Neuigkeiten, die deine Muskeln nicht sehr gerne hören. Doch ab wann ist scharfes Essen „zu“ scharf? Wenn neben unwohlem Gefühl im Magen zusätzlich Schweißausbrüche dazukommen, sind das deutliche Anzeichen dafür, dass ihr es mit der Schärfe in eurem Gaumen lieber etwas ruhiger angehen lassen solltet.