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Posted On 12/03/2012 By In Interviews With 1047 Views

Cheftrainer José Mourinho – Führungsqualität und Motivation

Cheftrainer José Mourinho, Chef bei FC Chelsea, gibt MF einige Tipps zu den Themen Führung, Motivation und Umgang mit Menschen

Was zeichnet eine gute Führungspersönlichkeit aus?
Eine gute Führungspersönlichkeit kann Menschen führen, ohne dabei zu vergessen, dass sie eine Mannschaft führt. Sie kann Menschen auch dazu bringen, über eine lange Zeit hinweg an sie zu glauben. Menschen kurzzeitig zu motivieren, wie für eine Weltmeisterschaft oder ein bestimmtes Spiel, ist die eine Sache, aber Motivation, den Glauben an sich selber und Selbstvertrauen über einen längeren Zeitraum auf einem hohen Niveau zu halten, ist ganz entscheidend. Um das zu schaffen, muss eine Führungspersönlichkeit ehrlich sein und jeden dazu bringen, ihre menschlichen Qualitäten und nicht nur ihren Ruf zu respektieren.

Wie bringen Sie Ihre Spieler und die Mannschaft insgesamt dazu, ihr Bestes zugeben?
Indem ich eine gute Führungspersönlichkeit bin! Man muss die Fähigkeit besitzen, Menschen dazu zu bringen, an ein Projekt zu glauben und sich zu etwas  zugehörig zu fühlen, Mitglied einer Familie zu sein. Ich überzeuge sie davon, dass jeder wichtig ist, dass jeder eine Rolle auszufüllen hat und dass wir unsere Ziele nur erreichen können, wenn wir zusammenarbeiten. Wenn Sie das tun und sowohl in guten wie auch in schwierigen  Zeiten zueinander stehen, dann werden Sie Woche für Woche und Monate für Monat immer ein bisschen stärker.

Wie schaffen Sie den Spagat, auf der einen Seite eine enge Beziehung zu den Spielern zu haben und auf der anderen Seite harte Entscheidungen treffen zu müssen, die den Spielern vielleicht nicht gefallen?
Ich denke, dass es hier nur eine Möglichkeit gibt, nämlich ehrlich mit ihnen zu sein und ihnen im Lauf der Zeit zu vermitteln, wie schwierig die Arbeit des Managers ist. Spieler konzentrieren sich normalerweise auf sich und denken nicht viel über die Arbeiter anderer Leute nach, also muss man es ihnen beibringen. Man muss es ihnen zeigen und sie dazu bringen, sich in seine Lage zu versetzen. Wenn Sie das schaffen – und dafür sorgen, dass sie die Bedeutung ihres Beitrags dazu erkennen –, dann fällt es ihnen leichter, Ihre Entscheidungen zu akzeptieren, auch wenn das keine einfache Situation für sie ist.

Wie gehen Sie mit einem Spielerstar um, der ein großes Ego hat?
Ich denke, dass die einzelnen Unterschiede zwischen Spielern  wichtiger sind als ihre Stellung innerhalb der Mannschaft. Man muss versuchen, in den Kopf jedes Spielers zu gelangen und zu entscheiden, was für ihn am besten ist, und ob es ihm mehr hilft, positives oder negatives Feedback zu bekommen.

Sie sind bekannt dafür, dynamische Auswechslungen vorzunehmen und Risiken einzugehen, um Spiele zu beeinflussen. Woher wissen Sie, dass Sie die richtigen Entscheidungen treffen?
Das weiß ich nie! Es gibt einige Entscheidungen, die ich spontan treffe und die ich nicht vorbereitet habe. Aber die meisten Entscheidungen werden vor dem Spiel abgewogen. Man muss das Spiel analysieren, bevor man etwas Unvorhergesehenes ausbügeln muss. Aber in entscheidenden Momenten muss man Risiken eingehen, vor  allem wenn das Spiel offen ist und alles Mögliche passieren kann. Sobald ich das spüre, handle ich.

Sie haben hochkarätige Stellen bei Vereinen angenommen, die einen sofortigen Erfolg forderten. Wie gehen Sie mit diesem Druck um?
Für mich gibt es keinen großen Unterschied, ob ich eine kleine oder eine große Mannschaft trainiere. Und Druck von außen interessiert mich nicht. Der eigentliche Druck besteht darin, eine Struktur aufzubauen, die mich im Verein unterstützt und gut für die Spieler ist. Seit zehn Jahren arbeite ich auch sehr gerne in Positionen, die auch viel Beachtung in den Medien finden.

Wie bleiben Sie selber mit all den Erfolgen, die Sie aufzuweisen haben, noch motiviert?
Mir geht es nur darum, glücklich zu sein. Meine Familie und Fußball machen mich glücklich. Ich kann mir deshalb nicht vorstellen, jemals auf das eine oder das andere verzichten zu müssen. Ich brauche nicht die Motivation, noch einen Titel oder noch eine Meisterschaft zu gewinnen, und ich brauche keine Trophäen. Ich muss mich einfach nur glücklich fühlen.

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