Der King aus Kingston

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Berlin, 16. August 2009: Sieben Männer kauern in ihren Startblöcken. Sie sind in diesem Moment noch die Herausforderer im 100-Meter-Weltmeisterschaftsfinale. Wenig später werden sie nur noch Statisten sein. Dann: der Startschuss. Usain Bolt katapultiert seinen 1,96 Meter langen Körper nach vorn, gewaltige Kräfte wirken in diesem Moment auf seine Füße und Beine. Exakt 41 Schritte und 9,58 Sekunden später überquert Bolt als erster die Ziellinie. Weltrekord. Schneller war nie ein Mensch zuvor die 100 Meter gelaufen. In der Spitze erreichte Bolt 44,72 km/h! Bis heute läuft Usain St. Leo Bolt seiner Konkurrenz davon und sammelte insgesamt neun olympische Goldmedaillen. Nur einmal im Leben kam er richtig zu spät: bei seiner Geburt. „Eineinhalb Wochen nach dem Stichtag“, sagt Mama Jennifer.

“Junkfood essen. Einfach leben!“
Usain Bolt auf die Frage, wie er sich sein Karriereende vorstellt

Doch dieses Jahr ist Schluss. Bei den Weltmeisterschaften 2017 in London wird Usain Bolt für immer von der Bahn spazieren und seine einzigartige Karriere beenden – der beste Sprinter seiner Zeit, der schnellste Mann aller Zeiten. Über die 100 Meter und in der Staffel werde er noch antreten. Trainer Glen Mills (Foto) strebe zwar auch einen Start über die 200 Meter an, aber darauf wolle er sich noch nicht festlegen, so Bolt. Der Amerikaner Michael Johnson, einst über 200 und 400 Meter ähnlich dominant wie Bolt, kennt dessen Dilemma: „Du kommst irgendwann an einen Punkt, wo du weniger gegen andere Konkurrenten als gegen dich selbst läufst.“ Bolt habe sein Leben dieser Leidenschaft, der Schnellste zu sein, gewidmet. Jetzt ist bald Zeit für etwas neues. Wie Bolt allen davonläuft: Das sind die Bilder, die bleiben werden.

 

Schaut hier mal rein:

I AM BOLT
12,99€; ab jetzt auf DVD und Blu-ray
(z.B. bei Media Markt)
So nah kommt Usain Bolt (30) sonst nur sein Coach Glen Mills (Foto). Über zwei Jahre lang hat ein Kamera-Team den schnellsten Mann der Welt begleitet. Herausgekommen ist die Doku „I AM BOLT“. Ein sehr privates Porträt über den ewigen Sieger – aber auch über den zweifelnden, den getriebenen Ausnahmeathleten. „Wir konnten all das filmen, was wir filmen wollten“, sagt Regisseur Turner. „Usain hat uns nicht beschränkt.“ Familie, Trainer, Freunde und Promis kommen zu Wort. Und natürlich Usain selbst. Er redet offen über Motivationsprobleme und seine Konkurrenten. Im letzten Satz des Streifens offenbart Bolt auch seine Sehnsucht nach dem Karriereende: „Junkfood essen. Einfach leben!“