Ratgeber-A1

Posted On 30/08/2011 By In Liebe & Sex With 3462 Views

Die Wissenschaft der Anziehungskraft


Was ist es, dass Frauen wirklich zum gut aussehenden Stand-Up Komiker hinzieht, der gerade mit seinem Bugatti den Parkplatz des Fitnessstudios verlässt?

Ist es das Aussehen oder Körperbau? Vielleicht sein guter Sinn für Humor oder der VIP-Parkplatz? MF streift sich den Laborkittel an, um es herauszufinden.

Frauen. Jede einzelne ist eine wunderschöne, einzigartige Schneeflocke. Das ist fantastisch, aber kann auch zu Problemen führen, wenn Sie probieren, mit einer zu reden. Manche können von Narben und schlechtem Verhalten nicht genug bekommen. Andere wiederrum schmeißen sich an Vampir-ähnliche Männer mit zerzaustem Haar, als ob es die letzten bleichgesichtigen Schuljungs auf dem Planeten wären. Ob Sie es glauben oder nicht, hinter diesem Wahnsinn steckt Methode. Und wenn es darum geht, einen Partner zu finden, haben beide mehr gemeinsam, als Sie denken. Das bedeutet, dass es sich für Sie auszahlen kann, wenn Sie auf Ihrer Suche nach der perfekten Frau etwas Wissenschaft anwenden.

Markante (Körper)teile

Es ist nicht sehr überraschend, dass Männer von ihren hervorstechenden Körperteilen besessen sind. Egal ob Brust, Bizeps oder Bauchmuskeln, wir konzentrieren uns auf das, was wir im Spiegel sehen können oder spannen es an, um andere Mann-Affen damit zu imponieren. Laut einer Forschung der University of Southern California, finden Frauen diese Art von Verhalten allerdings erst attraktiv, wenn Sie einen Partner gefunden haben.

Was Frauen am meisten anspricht, ist der klassische Schwimmertorso: Eine schmale Taille, im Kontrast zu breiten Schultern.

„Eine schmale Taille ist ein visuelles Zeichen für einen hohen Testosteronspiegel”, sagt die biologische Anthropologin Dr. Helen Fisher, „und breite Schultern repräsentieren Schutz und Versorgung.” Aber was genau den Damen an diesen Proportionen gefällt, unterliegt ebenso der Neurologie und Geometrie, wie der evolutionäre Instinkt.

„Als Menschen wollen wir keine Kopfschmerzen bekommen, wenn wir uns im Zimmer nach potentiellen Partnern umschauen”, sagt Adrian Bejan, Professor des Maschinenwesens an der Duke University in den USA. „Etwas, das wie ein Rechteck geformt ist, mit einer Länge, die exakt dem 1,6-fachen seiner Breite entspricht, kann erwiesenermaßen am einfachsten vom Gehirn verarbeitet werden.” Seit Jahrhunderten verlassen sich Künstler und Architekten auf diesen „goldenen Schnitt”, wie er in ihren Arbeiten bezeichnet wird. Dieses Verhältnis lässt sich überall beobachten, angefangen beim Parthenon, das über visuell erfreuliche Rechtecke verfügt, bis hin zur Mona Lisa, deren Gesicht ordentlich in ein Rechteck passt.

Michelangelos David, der allgemeinhin als der am perfektesten proportionierte Mann in der Kunstgeschichte betrachtet wird, verfügt am ganzen Körper über den goldenen Schnitt, vom Bauchnabel, dem Kopf und den Füssen bis hin zu den Fingergelenken. Eugen Sandow, der berühmteste Muskelmann der viktorianischen Ära, gestaltete sein Training so, dass er dem goldenen Schnitt so nahe wie möglich kam. Es ist daher wohl nicht sehr überraschend, dass eine Studie in den Archives Of Sexual Behavior zeigte, dass Frauen sich am stärksten zu Männern hingezogen fühlen, deren Schultern das 1,6-fache Ihres Taillenumfangs betragen. „Als Menschen sind wir so programmiert, dass wir uns besser fühlen, wenn wir Hilfe haben, daher empfinden wir Freude, wenn wir einen Partner finden”, fügt Bejan hinzu.

„Wenn wir die Proportionen im goldenen Schnitt sehen, muss sich unser Gehirn nicht anstrengen um diese zu verarbeiten, und wir fühlen uns sofort angezogen. „Um herauszufinden wie nahe Sie am goldenen Schnitt dran sind, fangen Sie einfach an, indem Sie den Umfang Ihrer Schultern und Brust an der weitesten Stelle messen. Dann messen Sie Ihre Taille über den Hüftknochen. Teilen Sie die erste Messung durch die zweite, um herauszufinden, wie Ihr Trainingsplan aussehen sollte. Wenn das Ergebnis kleiner als 1,6 ist, müssen Sie Ihre Brust und Schultern vergrößern oder Ihren Bauch verkleinern. Aber wenn das Ergebnis über dieser Zahl liegt, sollten Sie das Bankdrücken eine Weile bleiben lassen und sich mehr auf die Kernmuskulatur konzentrieren. Zur Warnung sei aber gesagt: Denken Sie nicht, dass Sie einfach nur Muskeln auf Ihre Schultern packen können, um gut proportioniert zu bleiben. Laut einer Forschung des McLean Psychiatric Hospitals in den USA, tendieren Männer dazu, die von Frauen gewünschte Muskelmasse, um 15 Kilogramm zu überschätzen. Denken Sie an David, nicht an Goliath.

Wie lange halten Sie durch?

Das ist aber noch nicht alles. Abgesehen von seiner starken Abneigung gegen die Ewoks, gibt es einen weiteren Grund, warum Sie Dating-Tipps von Darth Vader übernehmen sollten. Der Beweis dafür, dass der dunkle Sith-Lord wahrscheinlich sehr gut bei den Damen ankam, kommt von der Nottingham University, wo eine Gruppe von Verhaltensökologieforschern offenlegte, dass Frauen, Männer mit tiefer Stimme besser aussehend, größer und stärker empfinden, als Jungs, die sich anhören, als ob sie Helium vor dem Sprechen inhaliert hätten. In der Studie wurden 54 Frauen 34 Aufzeichnungen von Männerstimmen im Alter von 18 bis 30 vorgespielt. Das Ergebnis zeigte, dass Männer mit „niederfrequenten Oberschwingungen” für attraktivere Partner gehalten wurden, und die Damen gingen davon aus, dass diese Männer auch eine behaartere Brust haben. In der Realität bestand allerdings keine Zusammenhang zwischen der Tiefe der Stimme und dem Körperbau der Subjekte.

Der charmante Mann

Wenn Sie einmal den richtigen Ton getroffen haben, „müssen Sie immer noch darauf achten, dass Sie die richtigen Dinge sagen. „Wenn Sie mit einem Kompliment anfangen, wirkt das auf zwei Wegen”, sagt Kevin Dutton, Autor von „Flipnosis: Die Kunst der schnellen Überzeugung“. „Es dient nicht nur als positive Bestätigung, die sofort dafür sorgt, dass Sie sich gut fühlt, sondern bietet Ihnen auch einen natürlichen Gesprächsstart, der sich nicht gezwungen oder verlegen anfühlt.” Dutton definiert zwei Grundregeln für Komplimente. „Stellen Sie sicher, dass es authentisch und nicht sexuell ist.”

Das bedeutet, dass Aussagen wie „Sie haben die Brüste einer Pornodarstellerin” wenig geeignet sind. Ein zweiseitiges Kompliment könnte der bessere Ansatz sein. „Erzählen Sie ihr, wie fantastisch sie aussieht, aber dass sie noch besser aussehen würde, wenn sie irgendwas an ihrem Aussehen ändert, wie ihre Frisur oder weniger Make-up”, sagt Kezia Noble, Autor von „15 Schritte, um der guter Verführer zu werden”.

Das erscheint zwar nicht intuitiv und man vermutet den Gesprächsselbstmord, aber wie Noble erklärt, arbeitet es sehr effektiv an ihrer evolutionären Psyche. „Sie wird sich nicht angegriffen fühlen, da Sie ihr ja erzählt haben, wie fantastisch sie aussieht”, erklärt Noble. „Indem Sie sie kritisieren, zeigen Sie Ihr, dass Sie hohe Standards haben, und im Vergleich zu anderen Männern sind Sie selbstbewusst genug, um ehrlich mit ihr zu sein. Sie wird dies als willkommene Abwechslung zu den anderen Männern sehen, die immer wieder die gleichen Phrasen bemühen.” Frauen sind genetisch so programmiert, dass sie sich Männer aussuchen, die ihren Kindern gute Gene bieten, und Ihr Selbstvertrauen wird ihr dies signalisieren.

Machen Sie sich keine Gedanken darüber, was Sie sagen sollen, nachdem Sie ihre Schuhe kritisiert haben. Der Life Coach Wayne Elise empfiehlt, die Dinge nicht zu sehr zu überdenken. „Zu viele Leute konzentrieren sich auf das Auswendiglernen von Sätzen“, erklärt er. „Lernen Sie stattdessen, sich besser zu artikulieren. Ohne emotionalen Kern sind Sie nicht attraktiv. Wie stehen Sie wirklich zu den Dingen? Führen Sie sich selbst auf ein Date aus und nehmen sich ein Glas Wein und einen Schreibblock mit. Arbeiten Sie daran, die Tätigkeiten Ihres Tages interessant klingen zu lassen oder daran, wie Sie Ihre eigenen Ideen interessant vermitteln können. So geht Ihnen nie der Gesprächsstoff aus.”

Erfolg zieht Erfolg an

Wenn Sie all das richtig machen und über eine Anziehungskraft wie Casanova verfügen, wartet eine letzte Belohnung auf Sie. Eine Studie der University of Louisville in Kentucky stellte fest, dass Frauen sich mehr zu Männern hingezogen fühlen, wenn andere Frauen auch interessiert sind. „Dieses Verhalten ist im Tierreich weit verbreitet, und wie sich herausgestellt hat, ist es ebenso bei den Menschen vorhanden”, sagt Fisher. „Es erklärt, warum sich Frauen mehr zu verheirateten Männern hingezogen fühlen”. Oder, um genauer zu sein, zu narzisstischen, schürzenjagenden Drecksäcken.

TEXT: Jack Loane

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