INTERVIEW MIT EINEM NAVY SEAL

So wirst du fit wie die härteste Spezialeinheit der Welt

Interview: Tim Schöning

Sie springen aus schwindelerregenden Höhen, tauchen in eiskalte Tiefen, laufen durch kochende Wüsten und schlagen sich durch dichten Dschungel. US Navy Seals sind die härteste Spezialeinheit der Welt – und das aus gutem Grund. Das gnadenlose Training bringt Körper und Geist der Streitkräfte an ihr Limit. Das Resultat: eine fitte Kampftruppe, die Krisengebiete ihr Zuhause nennt. MF hat sich mit einem waschechten SEAL unterhalten und beim Workout dem klassischen Drill  unterzogen.

MF: Was sind die Aufgaben eines Navy Seals?

Navy Seals operieren hauptsächlich in drei unterschiedlichen Gebieten: Wasser, Luft und Land. Hiervon leitet sich auch der Begriff SEAL ab, der aus einer Kombination der englischen Worte Sea, Air und Land entstanden ist. Seals sind somit absolute Allrounder.

Wie fit muss man körperlich sein, um sich den Seals anzuschließen zu können?

Der physische Aufnahmetest ist einfacher als viele glauben. Wer jedoch nur die Minimalstandards einhält, hört so schnell auf wie er angefangen hat. Ambitionierte Anwärter sollten problemlos 100 Liegestütze, 100 Sit-ups und 20 Klimmzüge am Stück schaffen. Außerdem sollte man in der Lage sein, 2,4 km in unter 9 Minuten zu laufen und 460 Meter in unter 8 Minuten zu schwimmen. Doch mit dieser Prüfung hören die physischen Tests einer Seals-Laufbahn nicht auf. Im späteren Verlauf wird unter anderem die Belastbarkeit der Rekruten überprüft.

Wie sieht eine solche Prüfungen aus?

Es gibt diverse. Eine Prüfung beinhält beispielsweise das Tauchen über eine Distanz von 50 Metern. Das alleine ist nicht wirklich schlimm und wird von guten Schwimmern der High School problemlos bewältigt. In diesem Fall müssen die frischgebackenen Seals jedoch mit einem Salto ins Wasser springen. So werden sie desorientiert. Wer sich im Wasser unwohl fühlt, wird durch diese Maßnahme völlig aus dem Konzept gebracht. Wichtig: Man sollte etwa in 4 m Tiefe tauchen, da durch den erhöhten Druck der Sauerstoff besser in der Lunge gehalten wird. Ebenfalls ist es sinnvoll langsam in einer schrägen Bahn aufzutauchen, anstatt einen 90 Grad-Winkel einzuschlagen.

Was motiviert junge Männer am meisten, sich den Navy Seals anzuschließen? Der Wille sich zu behaupten? Patriotismus?

Ich denke, junge Männer wollen vor allem einem Team angehören. Dem Gewinnerteam natürlich. Dies ist nicht nur beim Sport so. Patriotismus alleine genügt nicht, um die täglichen Opfer zu bringen, die ein Seal leisten muss. Nach dem 11. September ist die Situation zwar verändert. Wer jedoch Eigenschaften wie Demut, Tapferkeit, Kreativität, Disziplin, Antrieb und Empathie vernachlässigt, dem wird aller Patriotismus nichts nützen.

Man muss sich also sicher sein?

Man muss äußerst überzeugt sein. Das Geld kann die Opfer nicht aufwiegen. Jeder muss ein höheres persönliches Ziel entwickeln, welches ihm den bedingungslosen Antrieb gibt, den er braucht.

Wie wichtig ist Teamwork?

Als Navy Seal ist Teamwork alles. Jeder muss 100 Prozent geben und genau wissen, was er von seinen Kameraden und Anführern erwarten kann.

Wie halten sich Navy Seals fit? 

Das Training besteht hauptsächlich aus Laufen, Calisthenics, CrossFit und Schwimmen. Täglich stehen zwei Workouts an, von dem eines Schwimmen ist. Freitags wird häufig als Gruppe trainiert. Dies kann 3,5 km Schwimmen oder auch 16 km Laufen bedeuten. Wer den Anschluss an die Gruppe verliert, kann sich des Spots seiner Kameraden sicher sein. Und das ist nicht angenehm.

Hatten Sie niemals Angst vor dem unerbittlichen Training und den riskanten Einsätzen?

Ehrlich gesagt: nein. Es ist als Navy Seal äußerst wichtig, Aufgabe für Aufgabe abzuarbeiten. Ich habe immer nur die nächste Herausforderung gesehen, mich vorbereitet und dann alles gegeben. Als Seal darfst du dich vom großen Ganzen nicht einschüchtern lassen. Das Motto ist: Schritt für Schritt, immer 100 Prozent.

Was war der schwierigste Punkt Ihrer Karriere?

Zum einen war dies ein Moment, in dem ich verletzungsbedingt die Kontrolle über meinen Körper verloren habe. Es gab aber auch mental fordernde Momente. Gut und Böse liegen oft näher beieinander, als einem lieb ist. In manchen Situationen war es schwierig, sich einer politischen Stellungnahme zu entziehen. Seals dürfen politische Angelegenheiten nicht zu ihren persönlichen machen. Man wird ausgebildet, um Befehle auszuführen. Darin sind wir gut.

Sie erwähnten bei unserer Trainingseinheit, dass es nicht um die aktuelle Leistung, sondern um den Willen geht, an sein persönliches Limit zu gelangen.  

Am Ende spielt sich alles im Kopf ab. Wer glaubt seine Grenzen genau zu kennen, wird auch nicht über diese hinauswachsen. Ein Beispiel: Du vermutest, dass du 50 Liegestütze schaffst. Was wird die Folge sein? Nach 45 wirst du automatisch müde werden. Zahlen sind unwichtig. Mein Sohn fragte mich eines Tages: ‚Papa, wie viele Wiederholungen schaffst du?‘ Ich erklärte ihm, dass das nicht wichtig sei. Und ich will auch keine Zahlen wissen. Ich höre dann auf, wenn ich körperlich nicht mehr kann – nicht mental.

Was sind Ihre persönlichen Bestleistungen im Kraftraum?

Ich habe Standards, die ich immer erreicht habe und noch immer erreichen will. Hierzu gehören 135 kg beim Bankdrücken, 125 kg bei der Kniebeuge, 15 Klimmzüge, 100 Liegestütze sowie 100 Sit-ups.

Haben Navy Seals eine besondere Art der Ernährung?

Ich jedenfalls nicht. (lacht) Ich esse was ich will – dazu gehört jedoch viel Eiweiß in Form von Fleisch.

Navy Seals werden seit über 20 Jahren mit Uhren von Luminox ausgestattet. Konnte sie Ihnen bei Einsätzen wertvolle Dienste leisten?

Luminox ist es gelungen eine Uhr zu schaffen, die grundlegende Funktionen auf höchstem Niveau bietet. So sorgen beispielsweise winzige Gaskammern dafür, dass die Uhr 25 Jahre lang  ununterbrochen leuchtet und selbst in tiefster Dunkelheit für ein sichtbares Ziffernblatt sorgt. Luminox Uhren sind für die Seals durch ihre Eigenschaften ein ideales Werkzeug, welches ich in meiner aktiven Zeit nicht hätte missen wollen.

Vielen Dank für das Gespräch, Rob – und das Training natürlich.

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Bis dahin: stay fit & healthy!