Eisern Wie Adam – Grosse Träume, Kleine Anfänge

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Adam Walker Tips zur Mentalen Vorbereitung
Adam Walker, Extremschwimmer, verrät seine besten Tips zum Mentaltraining

Der britische Extremschwimmer Adam Walker musste bei der Durchquerung der 26 Kilometer breiten Cookstrasse zwischen den zwei Hauptinseln von Neuseeland nicht nur gegen Wellen, Strömung und eisiges Wasser kämpfen. Während er versuchte, die 8 Stunden und 36 Minuten im Wasser zu überstehen, tauchte plötzlich ein etwa zwei Meter langer Hai neben ihm auf…
Wie bereitet man sich vor, wie hält man das durch?

GROSSE TRÄUME, KLEINE ANFÄNGE

„Ich bin acht Jahre lang nicht geschwommen, bis ich einen Film über einen Kerl sah, der seinen Job verliert und sich zur Überquerung des Ärmelkanals entschließt. Noch am selben Tag versuchte ich, 45 Minuten ohne Pause im Becken durchzuhalten.
Fünf Monate später schaffte ich schon fünf Stunden am Stück“, berichtet der 37-jährige Adam Walker.
„Meine ersten Erfahrungen mit dem Freiwasserschwimmen machte ich bei einer Runde im See im Februar. Dabei holte ich mir eine so starke Unterkühlung, dass ich daran beinahe gestorben wäre.“
Den meisten Leuten hätte das möglicherweise gereicht. Aber Walker gab das Erlebnis zusätzlichen Auftrieb: „Die ganze Geschichte hat mich nur noch mehr angespornt. Ich wollte mich nicht damit abfinden, dass die Nahtoderfahrung umsonst gewesen sein soll.“

KLEINE ERFOLGE

„Bei der Langstreckenherausforderung Ocean’s Seven musst du mit eiskaltem Wasser, starken Strömungen, großen Wellen und Haien zurechtkommen. Jeder noch so kleine Fortschritt ist da schon ein riesiger Erfolg“, meint Walker.
Wenn du das nächste Mal eine enttäuschende Zeit über 10.000 Meter hinlegst oder einen Satz nicht ganz schaffst, sei froh, es wenigstens versucht zu haben.
Du hast dann schon 90 Prozent mehr geleistet als alle, die in den letzten vier Wochen gar keinen Sport getrieben haben!

DIE POSITIVE SEITE

Wirklich zäh kann nur werden, wer auch schlimme Situationen im positiven Licht betrachtet. „Ich habe mich einmal an einer Portugiesischen Galeere [einer Quallenart; Anm. d. Red,] verbrannt. Das tat höllisch weh. Ich musste aber irgendwie weitermachen“, sagt Walker. „Ich dachte mir damals: nur noch eine Minute. Eine Minute schwimmen, das kann jeder. Nach 30 Sekunden musste ich vor lauter Schmerzen wieder laut schreien. Dann stellte ich mir das Brennen einfach als warme Decke vor und versuchte, mich selbst davon zu überzeugen, dass es sich angenehm anfühlt.“ So hielt er auch noch die übrigen dreieinhalb Stunden lang durch. Dabei war er davon überzeugt: Schlimmer konnte es gar nicht mehr werden.

MENTALES TRAINING

„Durch negative Gedanken erscheinen schlimme Situationen nur noch auswegloser. Es ist wichtig, sich stattdessen auf die positiven Seiten zu konzentrieren“, rät Walker. „Stell dir einfach vor, dir wäre warm. Dann kann dir gar nicht kalt sein. „Oder überzeug dich selbst davon, dass du stark bist, wenn du dich schwach fühlst. Wissenschaftliche Untersuchungen an der amerikanischen University of North Carolina belegen, dass dieser Automatismus funktioniert. Optimistische Gedanken führen den Menschen nicht nur öfter zum Erfolg, sondern eröffnen ihm auch mehr Gelegenheiten – von der neuen Stelle, die gerade in der Firma frei wird, bis hin zur Einladung zum Kleinfeld-Fußball am Wochenende.

KEINE ANGST VOR HINDERNISSEN

„Im Leben stößt man auf alle möglichen Hindernisse“, so Walker. „Wer die großen und kleinen Herausforderungen besteht, wird dadurch nur noch stärker – körperlich, mental oder beides. Nachdem ich die Abenteuer im Wasser erfolgreich überstanden habe, werde ich auch mit allem anderen zurechtkommen.“
Die besten Belege dafür liefert Walker selbst. So schaffte er es beispielsweise, seine Angst vor öffentlichen Reden zu überwinden, indem er an der Royal Geographic Society einen Vortrag über seine Erfahrungen gab. Mittlerweile wird Walker zu verschiedenen Anlässen für Motivationsreden gebucht.

„DURCH NEGATIVE GEDANKEN ERSCHEINEN SCHLIMME SITUATIONEN NUR NOCH AUSWEGLOSER. STELL DIR EINFACH VOR, DIR WÄRE WARM. DANN KANN DIR GAR NICHT KALT SEIN.“

Treue Begleiter 8 Stunden und 36 Minuten durchschwimmt Adam Walker  die raue See vor Neuseeland. Ein gut zwei Meter langer Hai wurde nach einer Weile auf ihn aufmerksam. Doch zu einer Attacke kommt es nicht: Eine Gruppe von Delfinen umkreist ihn schützend bis er wieder an Land ist.