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Ethan Morgan – Freestyle statt Riesenslalom

BOCK AUF SNOWBOARDEN?

Schnee, Sonne, Fun & Party! Denkt man an Snowboarder, kommen einem diese Begriffe automatisch in den Kopf. Und sicherlich nicht zu Unrecht (wie Ihr dem Interview entnehmen könnt). Aber was steckt noch hinter der Philosophie des Snowboardens? Der 20-jährige Mittenwalder Ethan Morgan ist Freestyle- Snowboarder und lebt diesen Lifestyle. In Sachen Snowboard unterwegs auf der ganzen Welt, sind es jedoch viel elementarere Dinge, auf die er besonderen Wert legt. Worauf es dem Freizeitgolfer (!) wirklich ankommt, und warum es den Versuch lohnt, den Fuß einmal auf ein Snowboard zu setzen, könnt Ihr hier lesen.

Ethan, Du stehst seit über 10 Jahren auf dem Board. Worin liegt für Dich die Faszination beim Snowboarden?
Da gibt es vieles. In erster Linie macht es einfach nur tierisch Spaß, man kann kreativ sein und es gibt keine Grenzen. Du allein entscheidest, was du machst oder tust. Im Freestyle gibt es beim Snowboarden verschiedene Disziplinen und somit jede Menge Abwechslung. Mir persönlich macht es am meisten Spaß, einfach mit meinen Freunden raus in die Natur zugehen, kreative Möglichkeiten auszuleben und sich selbst dabei zu finden.

Wir stehen am Anfang einer neuen Saison. Was sind Deine sportlichen Ziele, und worauf freust Du Dich am meisten?
Die Highlights dieser Saison sind für mich die Slopestyle Contests (Parcours mit Kicker & Rails; Red.). Dieses Jahr möchte ich versuchen, möglichst kreative, einzigartige Runs abzuliefern und meine Konkurrenz mit unerwarteten Tricks und Moves zu überraschen. Logischerweise freue ich mich auch auf die bevorstehenden Film- und Videoprojekte, an denen ich teilnehmen werde. Große Events wie die Air & Style Contents in Beijing und Innsbruck haben natürlich auch Ihren Reiz.

Warum Freestyle und nicht olympischer Riesenslalom?
In meinen Augen kann man das nicht als Snowboarden bezeichnen. Für mich gehört das eher zur Kategorie „Ski-Rennen“. Ich sehe das etwas skeptisch, da viele Leute es in Zusammenhang mit dem Freestyle-Snowboarden bringen, obwohl es keine Gemeinsamkeiten gibt. Der größte Unterschied ist die Umsetzung: Für die Slalomfahrer ist es Arbeit, für uns Freestyler ist es Spaß!

Signature Moves – Was sind Deine Lieblingstricks?
Ich habe jetzt keine großartigen Lieblingstricks, aber meine Spezialität ist es, alle Snowboard-Disziplinen zu beherrschen, was für mich als Allround- Snowboarder sehr wichtig ist.

Wie lange kann es dauern, bis Du einen Trick erlernst und perfekt beherrscht?
Das kann 5 Sekunden oder aber auch 3 Tage dauern. Es kommt drauf an, wie lange man braucht, den ersten Versuch zu landen. Hat man ihn erst einmal gestanden, prägt sich der Trick in meinen Kopf ein. Dies kann allerdings auch erst beim fünften Versuch gelingen.

Wie motivierst Du Dich, wenn es mal nicht optimal läuft?
Wieder aufstehen und sagen „Jetzt geht’s!“. Das Gefühl, etwas erreicht zu haben, was nicht einfach war, gibt einem beim Snowboarden den größten Kick. Je länger man braucht, desto größer ist der Respekt für das Erreichte.

Wie wichtig sind Dir sportliche Erfolge? Steht bei Dir der Fun oder der Erfolg im Vordergrund?
Es ist logisch, dass die Sponsoren Erfolge sehen wollen, aber mir ist der Spaß um einiges wichtiger. Das Lustige daran ist aber, dass die Erfolge automatisch kommen, wenn man den Spaß nicht verliert. Dies freut einen umso mehr, und so ist für Motivation gesorgt.

Deine drei Snowboard Top-Spots?
Als Warm-up und Start in die neue Saison ist Hintertux (Tirol, Österreich) bestens geeignet. Einer der besten Parks in Europa gibt es in Mayrhofer (Zillertal,Österreich). Wer einen etwas weiteren Weg auf sich nehmen möchte, dem kann ich Beckenridge in Colorado, USA, wärmstens empfehlen. Dieser Park ist einfach Wahnsinn.

Was kannst Du den Jungs und Mädls empfehlen, wenn Sie mit dem Snowboarden beginnen möchten?
Zeit lassen und nicht gleich aufgeben! Das ist das Wichtigste. Sobald man etwas erreicht hat, wie zum Beispiel die erste richtige Kurve gelungen ist, freut man sich über seinen Erfolg, und die Motivation für alles Weitere ist gegeben. Und dies geht dann immer so weiter. Wie gesagt, in dieser Sportart gibt es keine Grenzen.

Snowboarder – Sport, Fun, Party und Sound: Klischee, oder kannst Du das unterschreiben?
Also klar, der Snowboarder-Lifestyle ist schon so, wie man sich es vorstellt, aber ich ziehe mich auch gerne mal etwas zurück und genieße das normale Leben. Mal zwei Wochen nur am Strand gammeln und den Sport außen vor lassen, das kommt schon des Öfteren vor.

Was macht ein Snowboarder nach seiner aktiven Zeit? Hast Du schon Pläne?
Ich habe gerade meinen Schulabschluss gemacht und beschäftige mich natürlich auch mit der Zeit nach dem Boarden. Mir ist es wichtig, später auch im „normalen“ Berufsleben Fuß zu fassen.