HINTER DEN KULISSEN: Fitnessmodel

Trainieren, fit aussehen und dafür auch noch bezahlt werden? Für viele von uns ein Traum. Hier gibt Lony Pizarro Einblicke in den Alltag eines Fitnessmodels.

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HINTER DEN KULISSEN: Fitnessmodel

Mit 15 hatte Lony Pizarro keine Lust mehr, von anderen gemobbt zu werden, weil er dünn und schwach war. Wie so viele Jugendliche auf der Suche nach Respekt begann er, Gewichte zu stemmen.
Von den Männern inspiriert, die er in Magazinen wie Muscle & Fitness und MensFitness sah, wiederholte Pizarro immer wieder: „Wenn die das können, kann ich das auch.“ Er konnte es tatsächlich. Irgendwann war er so durchtrainiert, dass er an Amateur-Bodybuilding-Wettbewerben teilnahm. Seine Liebe zum Fitness-Sport führte zu einem Bachelor-Abschluss in Trainingswissenschaften an der Universität Utah. Danach arbeitete er in Salt Lake City als Personal-Trainer. Pizarro war erfolgreich, aber er wollte mehr. Also zog er nach New York, um Schauspielunterricht zu nehmen. Nebenbei versuchte er, so viele Fotoshootings wie möglich zu bekommen. Der Job eines Fitness-Models
ist nichts für Menschen mit schwachem Willen, meint Pizarro – und für die meisten ist er auch nicht gerade lukrativ. Aber für diejenigen, die trotz vieler Rückschläge weiterkämpfen, lohnt es sich, wenn sie endlich ihre Fotos in Anzeigen und Magazinen sehen.

DER ARBEITSALLTAG
„Ich stehe auf, nehme meine erste Mahlzeit ein, gehe ein paar Stunden ins Fitness-Studio, dusche mich und esse erneut“, sagt Pizarro, dessen Ernährung viel Thunfisch, Buntbarsch, Spinat, Spargel und Wasser beinhaltet. „Dann pendle ich von meiner Wohnung in New Jersey nach New York. Ich habe alle meine Sachen dabei, hauptsächlich Mahlzeiten. Ich treffe mich mit Regisseuren und Fotografen zu Castings, nehme Schauspielunterricht und arbeite mit Fotografen an Nebenprojekten, um mein
Portfolio auszubauen. Wenn ich wieder zuhause bin, mache ich zwei Stunden lang Cardio und gehe für 45 bis 60 Minuten in die Sauna. Anschließend bereite ich alle Mahlzeiten für den nächsten Tag vor.“
DIE ANFORDERUNGEN
„Du musst dich selbst motivieren können“, sagt Pizarro. „Im Prinzip bist du ein selbständiger Unternehmer, du bist auf dich allein gestellt. Du musst jeden Tag trainieren, nach
Jobs suchen, dich mit Menschen vernetzen und die richtigen Fotografen finden. Konzentriere
dich auf dein ultimatives Ziel und nähere dich ihm Schritt für Schritt.“
DAS BESTE AM JOB
„Für einen Auftrag gebucht zu werden, fühlt sich fantastisch an. So viel Freude verspürt man nur selten. Das Erfolgsgefühl kann einen schon high machen.“
DAS SCHLECHTESTE AM JOB
„Man weiß nie genau, wann man den nächsten Auftrag bekommt oder wie der aussehen wird.
Man muss sich viel Mühe bei der Jobsuche geben und dann geduldig sein.“

GEHALT
Einsteiger bekommen wenig bis gar nichts für ein Fotoshooting. Der Weg bis zu lukrativen Aufträgen ist lang und steinig. Aber die Spitzenverdiener (die meist auch Werbeverträge haben) kommen
im Jahr auf einen mittleren sechsstelligen Betrag.
WICHTIGSTE FÄHIGKEITEN
Eigenmotivation, Selbstvertrauen, umfangreiches Fachwissen in Training und Ernährung, eine exzellente Figur und eine noch bessere Arbeitsmoral. Ein schönes – oder zumindest  unverwechsel-
bares – Gesicht schadet ebenfalls nicht. Ganz wichtig ist auch Professionalität: nur Naomi Campbell kann es sich leisten notorisch zu spät zu kommen!

LETZTE RATSCHLÄGE
„Als professionelles Fitness-Model solltest du immer in Topform sein. Mit deiner Persönlichkeit
hebst du dich von anderen Models ab und hast die Chance, mehr Aufträge zu bekommen.
Sei immer du selbst und sei freundlich und höflich, dann werden sich die Menschen an dich erinnern.“

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