MEISTERTRAINER – Frage 2

Frage 2: Welchen Punkt vernachlässigen die meisten aktiven Sportler Ihrer Meinung nach zu Unrecht?

 

John Williams – 7 Punkte

Ein ordentliches Aufwärmtraining, das auch das Bindegewebe mit lockert (dies wird oft auf einer Schaumstoffrolle durchgeführt), bei dem verkrampfte Muskeln gelockert werden und das auch einige dynamische Bewegungen als Vorbereitung aufs Training mit einschließt. Das Ziel einer Trainingseinheit ist es, den Körper zu belasten, damit er sich auf die eine oder andere Art anpasst. Wenn Sie sich darauf nicht richtig vorbereiten, trainieren Sie weniger effektiv und bewirken eine geringere Anpassung der Muskeln. Damit der Muskel effektiv überlastet werden kann, muss er sich richtig strecken können. Das Warmup kann hierbei helfen.

 

Matthew Moulton – 6 Punkte

Das Stretching. Meistens dehnen sich die Leute nur dann, wenn sie sich verletzt haben oder völlig verspannt sind – und selbst dann werden oft nur Basisübungen wie etwa die Rumpfbeuge ausgeführt. Wenn man das Stretching vernachlässigt, verliert man aber auf Dauer nicht nur die Flexibilität, sondern verstärkt auch noch die Wirkung des gefürchteten verzögert einsetzenden Muskelkaters. Wenn Ihre Muskeln einige Tage nach dem Training verspannt sind und zu Krämpfen neigen, ist mangelndes Stretching eine mögliche Ursache.

 

„Wenn man sich die Zeit nimmt,
sich um seinen Körper zu
kümmern, indem man ihn dehnt
und beweglich macht, kann man
härter trainieren und jahrelang
verletzungsfrei bleiben.“

Mark Bennett – 4 Punkte

Die Beine. Als ich im Alter von 15 Jahren mit dem Training begann, ließ ich die Übungen weg, weil ich eine Hose trug und dachte, dass die Leute (oder besser: die Mädchen) meine Beine ohnehin nicht sehen würden. Beinübungen fördern aber bewiesenermaßen die Ausschüttung von Wachstumshormonen und verbessern gleichzeitig das allgemeine Muskelwachstum und die Körperkraft. Daher betonen wir bei Neulingen immer wieder die Bedeutung eines guten Beintrainings.

Chris Rogers – 7.5 Punkte (BESTE ANTWORT!)

Die Beweglichkeit und die Flexibilität – oder, wie ich es gern nenne: die Prähabilitation. Alle wollen immer nur abnehmen und ihre Muskeln stählen. So gerät dieser Aspekt ins Hintertreffen. Wenn man sich jedoch die Zeit nimmt, seinen Körper dauerhaft aufs Training einzustellen, indem man ihn durchstreckt und beweglich macht, kann man härter trainieren und jahrelang verletzungsfrei bleiben. Nehmen Sie sich die Zeit, um sich nach dem Workout oder abends vor dem Fernseher zu dehnen. Wenn Sie es schon nicht machen, um Spannungen abzubauen, dann doch wenigstens, um Ihren Muskeln mehr Raum zum Wachstum zu geben. Yoga und Tai Chi sind hervorragende Übungsformen, wenn man nicht weiß, womit man anfangen soll.

Janet Malinowska – 6 Punkte

Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass die Leute, die regelmäßig im Fitness-Studio trainieren, gern das Stretching und die Core-Übungen weglassen. Egal, ob sie es nicht besser wissen oder nicht genügend Zeit haben: Diese Bereiche scheinen beim Training immer wieder gern vergessen zu werden. Die Folge können Verletzungen und andere Probleme sein.

„Die Bezeichnung Prähabilitation unterstreicht
die Bedeutung, die der Beweglichkeit und Flexibilität
zur Aufrechterhaltung der Funktion zukommt,
und die oft übersehen wird.“ – John Williams