SONNENSCHUTZ VON INNEN: Die Natur macht’s möglich

Der Sommer ist da, die Temperaturen erreichen in diesen Tagen die 30 Grad Marke und die Freibäder haben endlich geöffnet. Wer jetzt nicht aufpasst, holt sich schnell einen Sonnenbrand. Sonnenstrahlen sind zwar in Maßen gesund, es zu übertreiben schadet aber. Doch es gibt eine gute Nachricht: Bestimmte Antioxidantien sind eine natürliche Sonnenbrand-Abwehr – von innen.

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Wenn UVStrahlen übermäßig auf die Haut treffen, entstehen beim Zusammenwirken von Sauerstoff und UVLicht freie Radikale. Sie schädigen oder zerstören auch umliegende Zellen nach dem Zufallsprinzip. Direkt spürbar ist das im schmerzenden Sonnenbrand. Doch schlimmer ist, dass sich die Haut jeden einzelnen Sonnenbrand durch Zellschäden merkt.

Dagegen helfen Antioxidantien: „Sie gelten als Radikalfänger und sorgen somit für einen natürlichen Sonnenschutz“, sagt der Ernährungsexperte Michael Megerleder sich seit Jahren mit Antioxidantien beschäftigt: „Sehr effektive Radikalenfänger sind in roten Beeren, Kirschen, Pflaumen und roten Trauben, vor allem dem Traubenkern zu finden.“

Einen hohen Gehalt der Stoffe haben auch Wildkräuter und dunkelgrüne Gemüse– oder Salatsorten,
von denen es allerdings nicht mehr allzu viele gibt. Generell lässt sich sagen: Die Farbe des Lebensmittels ist ausschlaggebend. Je kräftiger sie ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit,
ein Obst oder Gemüse mit vielen Antioxidantien erwischt zu haben.
Erfahrungen und Studien zeigen, dass Menschen, die gut mit diesen Mikronährstoffen versorgt sind, weniger empfindlicher gegen Sonneneinstrahlung werden, sie bekommen nicht so schnell einen Sonnenbrand.
„ Besonders Hellhäutigsollten sich das zunutze machen, sagt Michael Megerle.
Eine der bekanntesten Substanzen, die gegen Sonnenbrand hilft, ist BetaKarotin. Dermatologen
der Universität Düsseldorf haben nachgewiesen, dass 24 Milligramm pro Tag ausreichen, um in der
Haut einen natürlichen Lichtschutzfaktor von drei zu entwickeln. Das bedeutet, dass man zehn bis
20 Minuten länger in der Sonne bleiben darf. Nimmt man das Carotin über mehrere Wochen in
Kombination mit Vitamin E ein, wird dieser Sonnenschutz weiteren Studien zufolge gar noch
größer. Vitamin E steckt etwa in Olivenöl.
Ein leckeres Pastagericht im Urlaub am Mittelmeer mit 40 Gramm Tomatenpaste und zehn Gramm Olivenöl pro Tag kann durch die BetaCarotine und Lykopine – beides wirksame Substanzen in Tomaten
– und das bei der Aufnahme helfende Öl Wunder wirken.
Auch grüner Tee hilft dank seiner Polyphenole gegen die Auswirkungen übermäßiger Sonnen-einstrahlung. An der University of Exeter haben Forscher herausgefunden, dass eine Stunde
nach dem Teegenuss ein deutlicher Sonnenschutzeffekt aufritt. Ähnliches gilt für Heidelbeeren.
Allerdings warnt Michael Megerle: „In modernen pflanzlichen Lebensmitteln sind solche
Inhaltsstoffe, die sich in Studien als zellschützend, teilweise sogar als krebshemmend erwiesen
haben, nur noch in sehr geringem Maße enthalten.“
Kernlose, helle Trauben, oder andere Früchte die nur noch wenige FarbBitteroder Aromastoffe
enthalten und nur noch süß sind, seien vitalstoffarm und wenig hilfreich für die Gesundheit.
„Ebenso steht es um blasse und aromaarme Gemüse aus dem Treibhaus. Modernen Pflanzensorten sind hauptsächlich auf Ertragsmaximierung und schönes Aussehen hin gezüchtet“, sagt Megerle.
Messungen zeigen, dass der Gehalt an antioxidativen Substanzen, die die Pflanzen selbst zum
Schutz vor Fraßfeinden bilden, bei modernen Sorten teilweise nur noch bei zehn Prozent im
Vergleich zu den Ursorten liegt. Wichtig ist also, möglichst ursprüngliches Obst und Gemüse mit
Kernen und kräftigen Farben zu verwenden und Schalen und Kerne mitzuessen.
Übrigens: Wenn es dann doch passiert ist und der Sonnenbrand schmerzt, hilft die Natur ebenfalls.
Limettensaft und reines Aloe VerGel lindern die Schmerzen der Verbrennungen und fördern die
Regeneration der Haut.