Talent oder Fleiß – Welches Verhältnis braucht man im Leistungssport?

Talent über alles? Oder kann Fleiß einen Mangel an Begabung übertrumpfen? Wie besteht man im Leistungssport?

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Talent über alles? Oder kann Fleiß einen Mangel an Begabung übertrumpfen? Wie besteht man im Leistungssport?
Gleich voraus: Um ein erfolgreicher Leistungssportler zu sein, bedarf es beidem. Fleißig zu sein, hart zu trainieren und der unbedingte Wille, sein gesamtes Leben dem Leistungssport ohne Kompromisse unterzuordnen, sind absolute Voraussetzung, um zu bestehen. Eiserne Disziplin, konsequente Ernährung und ein komplett auf den Leistungssport ausgerichteter, durchorganisierter Tagesablauf sind ebenso Normalität für Leistungssportler wie der Verzicht auf viele alltägliche Dinge des Lebens, das Wegstecken von Misserfolgen und die tägliche Quälerei im Training. Dass die meis­ten Athleten trotz all dieser Entbehrungen nicht ein ­mal von ihrem Sport leben können, macht die ganze Sache noch schwerer.
Eine anständige Portion Talent gehört natürlich auch dazu. Doch die Wissenschaft vermag bislang nicht
ganz eindeutig zu klären, was Talent eigentlich ist. Einig ist man sich lediglich bei der Definition von Talent als eine besondere Begabung, die zu Höchstleistung­en in einem bestimmten Fachgebiet befähigt. Unklar ist jedoch das Verhältnis der vielen Faktoren, die aus schlaggebend für den Erfolg sind. Talent kann mit der Zeit sogar verloren gehen, aber sich auch weiterentwickeln. Neben den rein körperlichen Fähigkeiten, werden mittlerweile auch psychologische Faktoren dazugezählt. Wie soll ein Sportler den Leistungsdruck auf Dauer aushalten können und dabei motiviert bleiben? Ohne die richtige mentale Einstellung geht das laut vielen Experten nicht.
Völlig uneins sind sich Spitzentrainer und Sportwissenschaftler auch beim Verhältnis zwischen Fleiß und
Talent, weshalb eine genaue Antwort auf deine Frage schwierig ist. Eine simple Formel dafür scheint es jedenfalls nicht zu geben. Es gibt genügend Sportler, denen man in den Anfangsjahren auf Grund
ihres fehlenden Talents nicht viel zugetraut hat, die sich aber durch hartes Training an die Spitze gekämpft haben. Gerade diesen Sportlern gebührt  voller Respekt. Auf der anderen Seite ist es schlimm, wenn man als Trainer Talente erkennt, die durch mangelnden Fleiß hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Diese Sportler kommen durch ihr Talent und etwas Glück unter Umständen recht weit, doch bleiben sie irgendwann an einem Punkt stehen, an dem es ohne Fleiß nicht mehr weitergeht – und geben leider häufig auf.
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