Spitzenleistungen

Tim Don – Der Weg zu Spitzenleistungen


Meisterleistungen in jedem Rennen durch Tipps zur richtigen körperlichen und mentalen Vorbereitung aus dem Mund des Triathlon-Champions TIM DON

Wenn Sie gewinnen wollen, muss alles laufen wie geschmiert. Ist Sand im Getriebe, führt auch der größte Einsatz nicht zum Erfolg. Das ist harter Wettkampfalltag. Zu den härtesten aller Wettkämpfe zählt zweifelsohne der Hy-Vee-Triathlon im amerikanischen Bundesstaat Iowa. Mit Preisgeldern von etwa 770.000 Euro insgesamt und circa 150.000 Euro für den Sieger ist dies das bei Weitem lukrativste Rennen des Jahres und zieht die besten Athleten an. Im Jahr 2010 fand sich dort ein wirklich galaktisches Starterfeld ein. Neben der internationalen Nummer eins, Alexander Brukhankov, gingen der olympische Meister Jan Frodeno und der Hy-Vee- Sieger des Jahres 2009, Simon Whitfield, an den Start. Ich selbst ging in guter Verfassung und mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen ins Rennen, da ich die Woche zuvor erst den Blenheim- Triathlon für mich entschieden hatte. Und das Formhoch hielt weiter an. Nach einer starken Leistung auf dem Rad zog ich beim Laufen davon und schaffte es trotz der höllischen Schmerzen, meine Führung aufrechtzuerhalten. So entschied ich das Rennen in 1 Stunde, 50 Minuten und 20 Sekunden (vier Sekunden vor Kris Gemmell aus Neuseeland) für mich. Natürlich war am Ende der Sieg das Wichtigste. Trotzdem sind 240.000 Euro für zwei Stunden Arbeit kein schlechter Schnitt.

> Puzzleteile
Will ein Sportler seine Topleistung abrufen, reicht es nicht, körperlich topfit zu sein. Es gibt drei wichtige Puzzleteile, die zusammenpassen müssen, damit sich der Erfolg einstellt: Der Athlet muss körperlich fit sein (das schließt auch die richtige Ernährung mit ein); er muss  mental gut vorbereitet sein; und er muss sich über seine Rennstrategie vollends im Klaren sein. Die Elitesportler erfüllen alle mentalen Voraussetzungen. Hobbysportler hingegen übersehen diesen Aspekt gern. Es geht nicht nur darum, an den Sieg zu glauben, sondern auch darum, auf dem Weg zum Erfolg alle Hindernisse beiseitezuräumen. Der Trick besteht darin, nur die Faktoren zu kontrollieren, die sich kontrollieren lassen. Es ist sinnlos, sich lange über die Organisation des Streckenverlaufs oder den Trainingsplan der Konkurrenz Gedanken zu machen. Das sind Faktoren, auf die Sie keinen Einfluss haben. Es ist also vergeudete Zeit, sich über diese Punkte den Kopf zu zerbrechen. Ganz davon abgesehen, dass das Stress verursacht. Es ist viel wichtiger, zufrieden, selbstbewusst und entspannt ins Rennen zu starten. Zum Glück gibt es Methoden, sich selbst einen kleinen Vorteil zu verschaffen. Ich sehe mir die Strecke immer etwa vier Wochen vor Rennstart an. Dabei finde ich heraus, wo ich meine Stärken zu meinem Vorteil einsetzen und – was noch wichtiger ist – meine Schwächen ausgleichen kann. Wenn es nicht möglich ist, den gesamten Kurs einmal abzugehen, schauen Sie sich die Website des  Veranstalters an. Dort sollten Sie eine Karte mit den Anstiegen und anderen wichtigen Informationen finden.

> Taktik
Als Profisportler kenne ich inzwischen die Stärken und Schwächen meiner Gegner recht gut. Ich weiß, wer gut vom Start wegkommt, wer einen starken Schluss-Spurt hinlegt und wen ich im Auge behalten muss, wenn ich auf Erfolgskurs bin.Darauf baut meine Taktik auf. Ich weiß beispielsweise, dass ich nach einer guten Leistung beim Schwimmen mit einem schnellen Wechsel zum Rad mit den Spitzenreitern mithalten und den richtigen Moment abwarten kann. Auf die Art kann ich Energie sparen. Läuft dann auch der zweite Wechsel flüssig, kann ich beim Laufen, meiner stärksten Disziplin, alles geben. Und genauso hat es sich auch beim Hy-Vee-Triathlon abgespielt. Die meisten Amateur- und Freizeitsportler müssen sich nur über ihr eigenes Rennen Gedanken machen. Es sollte dennoch klar sein, in welchen Rennabschnitten Sie Ihre Stärken ausspielen und angreifen können und wo es besser ist, den Fuß vom Gas zu nehmen, um in der Endphase noch die letzten Reserven mobilisieren zu können. Eine der wohl besten Methoden, schneller zu werden: Wettkampferfahrung. Auch, wenn das vielleicht recht offensichtlich klingt: Beim Rennen können Sie viel lernen. Und nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Ob es nun um die Sprintdistanz oder den Ironman geht, mein Rat ist: einfach anmelden und Erfahrungen sammeln. Sie werden es nicht bereuen.