Trainings-Ratgeber_A-1

Posted On 29/04/2012 By In Trainingstipps With 958 Views

Überholte Trainingsprinzipien


Manchmal ist es von Vorteil, sich an die guten alten Leitsätze zu halten – aber nicht immer, wie Sie im Folgenden lesen werden.

Mythos 1: Gewichthebergürtel sind Pflicht

„Das Tragen von Gewichthebergürteln bei Übungen unterhalb der Maximalbelastung führt dazu, dass die Muskeln zur Stabilisierung der Wirbelsäule nachlassen“, so der Trainer Joel Proskewitz. „Solche Gürtel können dabei helfen, die Core-Muskulatur beim Heben von Maximalgewichten zu festigen. Allerdings sieht man im Fitnesscenter allzu oft die Leute beim Bizeps-Curl mit Gürteln auf der Bank sitzen, was natürlich lachhaft ist. Die Stärkung der Core-Muskulatur durch Übungen wie das Brett oder das Kreuzheben ist die beste Methode zur dauerhaften Stabilisierung der Wirbelsäule.“

Mythos 2: Wer abnehmen will, muss im Fettverbrennungsbereich trainieren

Es stimmt, dass es nur einen Weg gibt, um wirklich abzunehmen. Aber das Training im Fettverbrennungsbereich bei rund 65 Prozent der maximalen Herzfrequenz ist nicht der Weisheit letzter Schluss, um die Fettreserven anzugreifen. „Wer abnehmen will, muss mehr Kalorien verbrauchen, als er aufnimmt. Nur so bekommen Sie Ihr Fett weg – und zwar ganz unabhängig von der Trainingsart oder Intensität“, so der Fitnessberater Karl Bickley.

Mythos 3: Fett wird in Muskelmasse umgewandelt

„Fett und Muskeln sind zwei völlig verschiedene Gewebestrukturen, die nicht ineinander übergehen können“, sagt Proskewitz. „Allerdings beschleunigt der Aufbau von Muskelgewebe die Verbrennung des Fettgewebes, wodurch Sie schlanker und stärker werden.“

Mythos 4: Es ist schlecht, vor dem Training zu essen

Die Theorie besagt, dass es besser ist, mit leerem Magen zu trainieren, weil dadurch ein Kaloriendefizit entsteht, das den Stoffwechsel für den Rest des Tages ankurbelt. „Der beste Zeitpunkt fürs Training ist die Tageszeit, in der der Körper am leistungsfähigsten ist“, sagt Bickley. „Wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass die beste Trainingszeit zwischen fünf und sechs Uhr abends liegt, wenn die Körpertemperatur am höchsten ist. Im Allgemeinen rate ich den Leuten aber, immer dann zu trainieren, wenn sie selbst das Gefühl haben, dass es ihnen gut tut.“

Mythos 5: Laufen ist schlecht für die Knie

Eine Studie an der amerikanischen Stanford University, die sich über 18 Jahre erstreckte, hat gezeigt, dass gerade bei Menschen, die nicht laufen gehen, das Risiko einer degenerativen Knochen- und Gelenkentzündung höher liegt, als bei regelmäßigen Läufern. Die Ergebnisse legen nahe, dass das Laufen auf Asphalt das Bindegewebe stärken kann, das für die Stabilisierung des Kniegelenks sorgt, und somit auf lange Frist Knieschmerzen entgegenwirkt.

Mythos 6: Muskelkraft ist eine Frage der Vererbung

„Jeder Mensch hat seinen eigenen genetisch vorgegebenen „Bauplan“. So hat man beispielsweise auf seinen Knochenaufbau keinen Einfluss“, erklärt Dr. Nick Evans, orthopädischer Chirurg. „Was allerdings die Muskulatur angeht, so wurden Sie zwar mit einer definierten Anzahl an Muskelfasern geboren, können aber jederzeit Ihr Muskelvolumen durch regelmäßiges Krafttraining steigern.“

Mythos 7: Zu intensives Training erhöht das Herzinfarktrisiko

Bei Sportlern, die jede Woche mindestens 2 Stunden und 20 Minuten trainieren, sinkt das Risiko einer Herzerkrankung laut einer Studie im Canadian Medical Association Journal um 40 Prozent. Das Heben schwerer Gewichte und das Halten statischer Stellungen kann allerdings den Blutdruck steigern. Menschen mit hohem Blutdruck sollten deshalb nur unter Anleitung eines qualifizierten Übungsleiters Krafttraining machen.

Mythos 8: Was weh tut, muss gut sein

„Die Muskeln werden beim Workout hart rangenommen, und die ‚positiven‘ Schmerzen durch brennende Muskeln sind eine Begleiterscheinung des Muskelwachstums“, sagt Proskewitz. „Die Schmerzen sollten aber immer im Toleranzbereich liegen. Unerträgliche Schmerzen deuten darauf hin, dass Sie es übertreiben und dadurch das Verletzungsrisiko erhöhen.“

Mythos 9: Mit leichten Gewichten und vielen Wiederholungen erhöht sich der Muskeltonus

„Den Muskeltonus kann man nicht trainieren. Aber es ist möglich, das Muskelvolumen zu erhöhen und das Fett um den Muskel herum zu verbrennen“, so Proskewitz. „Indem Sie schwerere Gewichte nehmen und zum Ausgleich mit weniger Wiederholungen trainieren, bauen Sie Muskelmasse auf und Fett ab, wodurch Sie im Endeffekt schlanker werden.“


 

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