VOLKSKRANKHEIT DEPRESSION: Mit Sport aus dem Elend

Volkskrankheit Depression: In Deutschland leidet daran rund jede( r) Zehnte. Tendenz steigend. Jetzt belegt eine neue Langzeitstudie wie körperliche Aktivität als Prävention und Therapie wirkt. Dabei gibt es jedoch etwas, das unbedingt beachtet werden muss.

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Es ist einer der meistgelesensten Beiträge dieses Jahres auf unserer Webseite: Dwayne Johnson spricht über Depressionen, mit denen er jahrelang seinen wahrscheinlich härtesten Kampf ausgefochten hat.

Dass der Artikel so beliebt ist beruht leider auf einer erschreckenden Tatsache: Bis zum Jahr 2020 werden Depressionen oder affektive Störungen laut Weltgesundheitsorganisation weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit sein*. In Deutschland leidet rund jede( r) Zehnte an Depressionen**. Tendenz steigend.

Holen sich Betroffene Hilfe, werden oftmals als erstes und einziges Mittel Medikamente angeboten. Ergänzend, oder oftmals zumindest als erster Schritt bei leichten Depressionen, gilt Sport als ein effektives Mittel. Eine neue Langzeitstudie mit 18.000 Teilnehmern hat nun eindrucksvoll belegt, dass Fitness bei der Prävention von Depressionen sowie unterstützend bei bereits bestehender Depression eine wichtige Rolle spielt***

Dr. Madhukar Trivedi, der Co-Autor der Studie und Leiter des Center for Depression Research and Clinical Care des Peter O’Donnell Jr. Brain Institute at UT Southwestern, sagt dazu, dass körperliche Aktivität besonders im Anfangsstadium und bei leichter Depression, in Verbindung mit Psychotherapie, ausreichend Intervention sein könne.

Der Haken ist nur: sich von der Couch loszureißen ist schon für viele ohne Depression schwer – mit der Antriebslosigkeit einer Depression kann es ein unüberwindlicher Berg werden.

 

Mehr als nur Sport 

Wez Pooley, Performance Coach bei DNA-Profiler Muhdo, schlägt vor: „Zunächst müssen wir weg von der Vorstellung, als Fitness zählt nur „richtiger“ Sport, also Laufen, Gym, Schwimmen und so weiter. Jede körperliche Aktivität trägt zur Fitness bei – das kann ein kurzer Spaziergang sein, Treppensteigen, Staub wischen. Alles, wobei man in Bewegung ist.“. Dabei gilt: 10 Minuten täglich sind besser als 40 Minuten dreimal die Woche. Lieber wenig und oft, statt viel und selten.

Auf jeden Fall sollte man aber vermeiden, sich dadurch zusätzlich unter Druck zu setzen: “Wer seine Ziele zu hoch setzt, sich zum Beispiel vornimmt mindestens 3x die Woche ein Workout durchzuziehen, fühlt sich schnell als Versager, wenn man das nicht durchzieht. Besser ist, sich einfach vorzunehmen man ist für eine halbe Stunde aktiv, egal wie, egal was. Das lässt mehr Spielraum um auf die jeweilige Tagesform einzugehen und Zwang zu vermeiden.” 

Wer genug Kraft und Motivation hat für ein Workout, dem schlägt Wes dieses kurze Programm vor, das je nach Fitnesslevel und Motivation angepasst werden kann:


Anfänger: 30 Sekunden Training, 30 Sekunden Pause – 3 Runden 

Fortgeschrittene: 40 Sekunden Training, 20 Sekunden Pause – 3 Runden

Profis: 20 Sekunden Training, 10 Sekunden Pause – 4 Runden

Knees to chest

Squat 

Lunge 

Press Up

Glut bridge 

Plank 

Side lunge 

Mountain Climbers


Depressiv? Hier bekommst du umgehend Hilfe

Wenn Du selbst depressiv bist oder Selbstmord-Gedanken hast, kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhältst Du Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Generell bitte unbedingt einen Arzt oder psychotherapeutische Beratung aufsuchen.

*www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/depression.html

**www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets/JoHM_03_2017_Praevalenz_Depressive_Symptomatik.pdf;jsessionid=DE81D1A79346CF47D99A0B05A78B8A1B.2_cid372?__blob=publicationFile

***www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29955781