Workout Booster – Sinn oder Unsinn?

Workout-Booster scheinen gerade wie Pilze aus dem Boden zu sprießen. Grund genug, sich diesen Trend einmal genauer anzusehen. Machen diese Supplements Sinn oder das Training gar einfacher oder besser? Und ­für wen ist ein solcher Booster überhaupt geeignet?

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Booster - Nährstoffe fürs Training
Booster bringen Vorteile im Training. Aber kaum eine Kategorie ist so unübersichtlich. Was bringen Booster und welche braucht man?

Durch die Inhaltsstoffe eines Boosters soll die körperliche Leistungsfähigkeit für das anstehende Training gesteigert werden. Der gezielte Einsatz von wichtigen Nährstoffen zum richtigen Zeitpunkt kann den Sportler mental und körperlich optimal stimulieren und so spürbar positive Auswirkungen haben kann. Eine verbesserte und konstante Energieversorgung, Fokus und optimale Ausdauer garantieren, dass man sich im Training zu 100 Prozent verausgaben kann, um somit den größtmöglichen Reiz für die Muskulatur zu setzen. Und genau darum geht es beim Training ja eigentlich. Jedoch ist kaum eine Kategorie so unübersichtlich wie die der Booster. Bei Proteinen ist Qualität und Wirkung klarer definiert, bei Boostern ist dem nicht so, sie können alle möglichen Ingredienzen beinhalten.Will man einen guten Booster, muss man sich also erst einmal anschauen, was so ein Produkt überhaupt leisten kann und soll. Um es ganz klar zu sagen: Wir reden hier von Nährstoffen, die das maximale aus dem Körper herausholen, und nicht von Pharmazeutika, die nur psychologisch manipulieren und keine Wirkung auf den Stoffwechsel selbst haben. Davon sind nämlich tatsächlich einige Produkte auf dem Markt, sagt Frank Schmitz, von Z-Konzept.

Was soll ein guter und sinnvoller Booster beinhalten?

Zuerst einmal gibt es einige sinnvolle Aminosäuren: L-Arginin Alpha-Ketoglutarat (AKG) und L-Ornithin sind Quellen energiereicher Stickstoff-Phosphat-Bindungen, die Vorstufen zu dem Molekül Stickstoffmonoxid (NO) bilden. Stickstoffmonoxid hat eine gefäßweitende Wirkung (Vasodilatationseffekt), was dazu führt, dass das Blut besser zirkulieren kann. Das bedeutet im Klartext, du kannst härter trainieren, da der vermehrte Blutfluss mehr Nährstoffe in die Muskelzellen transportiert. Gemeinhin wird dieser Effekt als „Pump“ bezeichnet.

Ein ähnlicher Effekt wird durch Beta-Alanin erzielt, das dafür bekannt ist, ein Kribbeln zu verursachen. Durch eine gezielt hohe Dosierung von Beta-Alanin wird die Bildung von Carnosin extrem angekurbelt. Carnosin puffert die Hydrogen-Ionen, die bei der Bildung von Laktat (Milchsäure) entstehen. Die altbekannte Übersäuerung des Muskels wird so hinausgezögert. Jeder Sportler kennt das: Man hebt ein schweres Gewicht mehrere Wiederholungen, bis man an den Punkt kommt, an dem man es keinen Zentimeter mehr bewegen kann. Das ist für gewöhnlich der Punkt, an dem der Muskel durch die Milchsäurebildung übersäuert und nicht mehr leistungsfähig ist – und der lässt sich durch Beta-Alanin hinauszögern.

Um diesen positiven Effekt noch weiter zu verbessern, macht Citrullin-Malat Sinn. Es beseitigt das Abfallprodukt Ammoniak, das bei körperlich intensiver Anstrengung vermehrt entsteht und leistungsmindernd wirkt. Das hilft nicht nur während, sondern auch nach dem Training und beugt damit Muskelkater vor. Aktuelle Studien gehen von einer Reduzierung von bis zu 40 Prozent aus. Die Verzögerung der Milchsäurebildung ist ein klarer Vorteil, der die sportliche Leistungsfähigkeit deutlich verbessert. Außerdem begünstigt es die ATP-Resynthese, was bedeutet, dass man im Training mehr Energie zur Verfügung hat.

Sinn machen außerdem BCAAs, also verzweigtkettige Aminosäuren, die neben dem bekannten antikatabolen Effekt auch wach machen. Mehr Tyrosin und weniger Tryptophan gelangen in das Gehirn, was zu einer erhöhten Dopaminausschüttung führt. Im Volksmund ist Dopamin nicht zu Unrecht als “Glückshormon” bekannt und wird für seine antriebssteigernde und motivierende Wirkung geschätzt.

Nicht unerwähnt darf natürlich das bewährte Koffein bleiben. Es sollte in einer relevanten Dosis enthalten sein, aber auch nicht in einer zu hohen. Eine Menge die ca. drei Kaffeetassen entspricht, hat eine ausreichende Wirkung ohne negativen Effekt. Koffein senkt das Empfinden für Erschöpfung. Es steigert außerdem nachweislich die Leistung, so dass der Körper seine Fettreserven effektiver nutzen kann. Zusammen mit Taurin, das vielen aus verschiedenen Energy-Drinks bekannt sein dürfte, wird das Herz-Kreislauf-System angeregt. Das Herz schlägt häufiger und kräftiger. Beiden Stoffen wird eine antioxidative Wirkung zugeschrieben. Bei starker körperlicher Belastung entsteht viel Stress, der damit gut reduziert werden kann. Oxidativer Stress hat viele negative Auswirkungen, denn er schwächt unter anderem das Immunsystem. Zu guter Letzt sei hier das altbekannte L-Carnitin erwähnt, welches Fett in die Muskelzelle transportiert, wo es letztendlich verbrannt wird. Was viele nicht wissen: Es wirkt auch peripher (an der Oberfläche) durchblutungsfördernd.

Natürlich ist auch eine konstante Energieversorgung mit kurz- mittel- und langkettigen Kohlenhydraten sinnvoll. Denn ausreichend Energie ist der Motor, um länger und auch härter zu trainieren. Was nützt es schließlich, wenn man optimal fokussiert und motiviert ist, aber schnell der Sprit ausgeht?

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